RWE Verwaltungsgebäude: Heizung und Sanitär als Großprojekt
Es ist an sich schon eine anspruchsvolle Aufgabe: Einen Gebäudekomplex mit 280 Büro- und Besprechungsräumen auf 11.900 Quadratmetern so auszustatten, dass 400 Mitarbeiter hier täglich unter optimalen Bedingungen arbeiten können. Wenn es sich dann auch noch wie beim Osnabrücker Verwaltungssitz des Energieunternehmens RWE um eine Verbindung von Gebäudesanierung und Neubau handelt, ist von Planern wie ausführenden Technikern ganz spezielles Know-how gefordert. Neben den Büroräumen sollten auch Großküche und Speisesaal mit Heizung und Sanitär modernisiert werden – inklusive modernster Klimatechnik.
Gebäudesanierung auf Neubau-Niveau
Auch architektonisch handelt es sich hier um ein ambitioniertes Vorhaben: Ein Teil der vorhandenen Bausubstanz in der Osnabrücker Innenstadt wurde abgerissen und durch Neubauten ersetzt, andere Altbauteile wurden saniert. Ein markanter, blau verglaster Turm mit sieben Etagen bildet das verbindende Element zwischen Alt und Neu. Für den Neubauteil konnte für den Bereich Heizung und Sanitär weitgehend Standardtechnik verwendet werden, wie etwa eine Heizzentrale mit 490 kW Niedertemperaturkessel und 650 kW Brennwertkessel. Die Klimatisierung des Glasturms wurde mit einer Kombination aus Fußbodenheizung und Kühldecken gelöst. Die größte Herausforderung bestand laut Fachplaner Hartmut Lückemeyer vom Planungsbüro Rohling darin, die Gebäudetechnik des sanierten Altbaus dem Neubaustandard anzugleichen.
Moderne Klimatechnik für Altbauräume
Auch in den Altbauten sollte komfortabel gelüftet und gekühlt werden können. In den zur Straßenseite liegenden Räumen schied eine Fensterlüftung schon allein wegen möglicher Staubeinwirkung aus. Doch auch der Einbau von Lüftungs- und Kühlungsanlagen stieß auf Probleme: „Die niedrigen Geschosshöhen des Altbaus ließen Standardlösungen ausscheiden“, berichtet Lückemeyer. Statt zentraler Klimatechnik wurde deshalb in den sanierten Räumlichkeiten eine dezentrale Variante mit Einzelraumregelung realisiert. Jeder Raum bekam eine eigene Luftaufbereitungsbox.
Lange Leitungen für Heizung und Sanitär
Die Kombination von Gebäudesanierung und Neubau stellte Planer und den ausführenden Betrieb vor ein weiteres Problem: das der langen Wege. Um alle Gebäudeteile zu erreichen, mussten die Mitarbeiter des °celsisten Voss Haustechnik die Installationsleitungen teilweise durch die Tiefgarage verlegen. Dort war der Platz jedoch äußerst begrenzt, denn die Leitungen durften weder die Durchfahrt für Fahrzeuge noch den Personendurchgang behindern. „Außerdem musste man alle parallel verlegten Leitungen, zum Beispiel die Elektroinstallation, ständig im Auge haben und unbedingt Kreuzungspunkte vermeiden“, schildert Fachplaner Lückemeyer, „aber die Installateure für Heizung und Sanitär haben diese knifflige Trassenführung mit viel Geschick und Umsicht gelöst.“